4th Roundtable for Female Leaders in Frankfurt

Am Montag, 11. Juni 2018, fand bereits zum vierten Mal der „BEITEN BURKHARDT Roundtable for Female Leaders” im Frankfurter Büro von BEITEN BURKHARDT statt. Das exklusive „invite-only“ Veranstaltungsformat ist nicht eine weitere „Frauenveranstaltung“, die speziell die Gender-Thematik in den Vordergrund stellt, sondern grenzt sich durch eine Fokussierung ausschließlich auf Frauen im obersten Management sowie eine branchenübergreifende aktuelle Themenauswahl aus der Geschäftsleitungs- und Managementpraxis ab. So stand die gestrige Veranstaltung unter dem Thema „Krisenmanagement und Krisenkommunikation“. Ein Thema, welches den Nerv der Zeit traf, wie die Erfahrungsberichte der Referentinnen und die angeregte Diskussion mit allen Teilnehmerinnen zeigte.

 

Organisiert und eröffnet wurde der vierte Roundtable von den Frankfurter BEITEN BURKHARDT Partnerinnen Haide Spanier (Banking/ Finance) und Gesine von der Groeben (Corporate/ M&A).

 

 

Als erste Referentin gab Frau Béatrice Guillaume-Grabisch einen groben Überblick über Krisenmanagement und zeigte auf, welche unterschiedlichen Teilaspekte dazu gehören. Béatrice Guillaume-Grabisch ist seit 2015 Vorstandsvorsitzende der Nestlé Deutschland AG. Die Französin verfügt aber bereits über mehr als 15 Jahre Erfahrung in verschiedenen Geschäftsleitungspositionen, unter anderem auch für Coca-Cola und L’Oreal Paris. Daher konnte sie aus der Krisenpräventions- und -bewältigungspraxis großer Konzerne berichten und den Teilnehmerinnen gut strukturierte Checklisten für die Prävention der Krise und den Krisenfall an die Hand geben.

 

Daran anschließend übernahm Bärbel Hestert-Vecoli das Wort. Sie ist Managing Director und Head of Public Affairs des Hauptstadtbüros der weltweit tätigen PR-Agentur Burson Marsteller in Berlin. Frau Hestert-Vecoli ist Expertin für integrierte gesellschaftspolitische Kommunikationskampagnen, digitale Kommunikation und die strategische Unternehmenskommunikation. Daher erläuterte Sie den Teilnehmerinnen, wie Social Media Unternehmenskrisen und die Krisenbewältigung verändern. Insbesondere wies sie auf die enorme Geschwindigkeit der medialen Verbreitung von krisenauslösenden Nachrichten und die Veränderung der Tonalität der Kommunikation durch Tweets hin, worauf sich Unternehmen einstellen müssen. Am Beispiel einer erfolgreichen „Social Media Kampagne“ für die Initiative Tierwohl zeigte Bärbel Hestert-Vecoli auf, wie eine Diffamierungskampagne durch Transparenz und gute Zusammenarbeit mit den Medienvertretern klein gehalten werden konnte.

 

Dritte Rednerin an diesem Abend war Miriam Grafflage. Sie leitet seit 2015 die Produktsteuerung und -qualität ICE bei der Deutschen Bahn. In dieser Funktion verantwortete sie in den letzten drei Jahren die frist- und kundengerechte Markteinführung der neuen ICE-Flotte, des größten Fahrzeuginvestitionsprogramms in der DB-Geschichte. Frau Grafflage teilte ihre Erfahrungen im Rahmen eines ICE-Großprojektes mit den Zuhörinnen. Insbesondere durch den offenen Umgang mit „Lesson learned“ können Unternehmen gestärkt aus Unternehmenskrisen hervorgehen. Dazu sind die Aufarbeitung der Fehler, der transparente Umgang mit diesen sowie eine ehrliche Einsicht auf allen Managementebenen notwendig.

 

Den Abschluss der Impulsrunde machte Frau Sabine Morgenthal. Sie ist Partnerin im Frankfurter Büro der Brunswick Group, einer internationalen PR-Agentur spezialisiert auf Krisenmanagement und Corporate Relations. Ihr Statement betraf die Krise durch Cyberkriminalität – ein Thema, welchem ihrer Meinung nach im Management in Deutschland noch nicht die notwendige Beachtung zukommt. Es ist ein reales Problem, dessen Bedeutung insbesondere in bestimmten Branchen rasant wächst. Bei Cyberkriminalität greifen die meisten Präventionsmaßnahmen des herkömmlichen Krisenmanagements nicht, da zunächst meist nicht feststeht, wann der Angriff durchgeführt wurde, von wem er ausging und wie groß der Schaden eigentlich ist, was eine klare Krisenkommunikation erschwert. Diese Unsicherheiten können die Auswirkungen der Krise verschärfen.

 

Anschließend konnte mit allen Teilnehmerinnen der Veranstaltung eine interessante Diskussion geführt werden, bei der konkrete Fragen gestellt aber auch weitere eigene Erfahrungen ausgetauscht werden konnten. Als Quintessenz, bevor das Networking in den Abendstunden fortgesetzt wurde, konnten die Teilnehmerinnen drei Hinweise besonders mitnehmen:

 

  1. Jedes Unternehmen, unabhängig von der Größe, muss sich auf Krisen vorbereiten und dies tut es am besten durch Training, feste Prozesse und Übungen/Simulationen. Dadurch wird die Unsicherheit bei allen Beteiligten reduziert und eine Aufmerksamkeit geschaffen.
  2. Krisen können von auch von außen kommen – von Kooperationsunternehmen oder aus anderen Ländern. Daher muss stetig die Dynamik des Informationsflusses zum Unternehmen überwacht werden.
  3. Transparente Kommunikation nach innen und nach außen ist ein Muss. Die gleiche Information muss zum gleichen Zeitpunkt sowohl intern, an die Mitarbeiter, als auch extern an die Medien/Pressevertreter kommuniziert werden.

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