Die Fußball-Bundesliga und der befristete Arbeitsvertrag

Die deutsche Fußball-Welt kann aufatmen. Das BAG hat mit Urteil vom 16. Januar 2018 (7 AZR 312/16) entschieden, dass die Befristung des Arbeitsvertrags eines Lizenzspielers der Fußball-Bundesliga wegen der Eigenart der Arbeitsleistung nach § 14 Abs. 1 Satz 2 Nr. 4 TzBfG gerechtfertigt ist. Die schlimmsten Erwartungen eines zweiten „Bosmann-Urteils“ sind damit nicht eingetreten. Weiterlesen

Keine Löschung des FC Bayern München e.V. aus dem Vereinsregister

Amtsgericht München, Beschluss vom 15. September 2016, Az. VR 2463

 

Das Amtsgericht München (AG München) hat die Anregung eines Rechtsprofessors zur Löschung des FC Bayern München e.V. (FCB e.V.) aus dem Vereinsregister zurückgewiesen. Die Anregung (ein Antragsrecht für Dritte sieht das Gesetz nicht vor) wurde damit begründet, dass der FCB e.V. kein Idealverein i. S. v. § 21 BGB ist, weil er auf einen wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb gerichtet sei. Weiterlesen

State Aid to Football Clubs: Game Over

Professional football is a business worth billions of euros. Football clubs earn money by selling TV broadcasting rights and tickets as well as through marketing, merchandising, sponsorship, transfer of players, etc. For years the linkage between public authorities and professional sports has been very strong, often including financial advantages in the form of State aid. As professional football clubs derive their revenues and participate in acquiring football players throughout the EU, State aid is liable to affect intra-EU trade. However, until 2013, it seemed that the European Commission was unwilling to apply the EU State aid rules not only to professional football, but to sports in general. This changed abruptly in July 2016 when the Commission concluded numerous in-depth investigations regarding unlawful State aid to professional football clubs in Spain and the Netherlands.

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Vertragliche Bindungen von Minderjährigen im Profisport – Grenzen der Vertragsfreiheit am Beispielfall Sinan Kurt

Vor kurzem sorgte der Fall Sinan Kurt für Aufregung in der Fußballszene. Konkret ging es um den Transfer eines mittlerweile 18-Jährigen Nachwuchsspielers vom ausbildenden Verein Borussia Mönchengladbach zum FC Bayern München. Die rechtlichen Problemstellungen rund um den Wechsel von minderjährigen Fußballspielern zu anderen Vereinen werden nachfolgend beleuchtet.

 

Ausgangslage

Der begehrte Nachwuchsspieler von Borussia Mönchengladbach hatte als damals 16-Jähriger einen sogenannten Fördervertrag bei Borussia Mönchengladbach mit einer Laufzeit von drei Jahren bis zum 30. Juni 2015 unterschrieben. Parallel hatte er zum selben Zeitpunkt auch noch einen erst ab 1. Juli 2015 geltenden, einjährigen Anschlussvertrag abgeschlossen. Nun stellte sich die Frage, ob diese in der Praxis häufig vorkommende Kombination (Fördervertrag plus Anschlussvereinbarung) überhaupt zulässig ist und zu welchem Zeitpunkt die vertragliche Bindung des Nachwuchstalents geendet hat.

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Die Ausgliederung von Profimannschaften aus dem Verein – Rechtliches Muss oder freie Entscheidung?

Die im Sport am meisten genutzte Rechtsform ist wohl der eingetragene, gemeinnützige Verein. Leistet diese Gesellschaftsform im Bereich des Amateur- und Breitensports treue Dienste, stößt der eingetragene Verein im professionellen Sport doch an seine Grenzen. Die Ausgliederung der Profiabteilungen aus dem Hauptverein ist daher seit einigen Jahren zu beobachten. Im Hand- und Basketball sowie im Eishockey findet man fast keinen eingetragenen Verein mehr, der in den jeweiligen ersten Ligen spielt. Auch im professionellen Fußball gibt es eine Vielzahl von Teilnehmern der Bundesligen, die bereits aus dem Hauptverein in Kapitalgesellschaften ausgegliedert wurden.

 

Allerdings gibt es auch immer noch große, vor allem traditionsreiche Mannschaften, wie Schalke, Düsseldorf oder Freiburg, die noch als eingetragener Verein organisiert sind. Bei diesen Vereinen gibt es regelmäßig Überlegungen, dies zu ändern, doch werden diese Vorstöße fast immer massiv kritisiert. Erst Anfang 2014 sah sich Schalke dazu genötigt, Gerüchte über Ausgliederungspläne vehement zu bestreiten: „So wenig Schalke 04 seine Vereinsfarben zu Schwarz-Gelb ändern wird, so wenig Wahrheitsgehalt ist an diesem Gerücht„. Mitunter stehen hinter den Befürchtungen der Gegner einer Ausgliederung Vorurteile und Ressentiments, die in der Regel leicht auszuräumen sind.

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